2009 gründung der raucherpartei
Jul 222008

 

Ich sehe ein, dass sich viele Raucher, mich inbegriffen zu wenig in die Lage von Nichtrauchern versetzt haben, aber nun geht es zu weit. Mein Hobby war Billard, aber jetzt musste ich diesen Sport nach über 25 Jahren aufgeben, oder muss mit dem Rauchen aufhören. Mal ein Bier trinken gehen ist nicht mehr drin – ich war in diesem Jahr noch in keiner Kneipe und selten im Restaurant. ‘Freunde’, welche natürlich selber früher geraucht haben, sind verärgert darüber, dass ich mein Geld nicht mehr in Lokalen ausgebe und somit das Gesetzt nicht unterstütze. Damit nicht genug, natürlich versucht man auch gleich noch meine tolerante nichtrauchende Ehefrau gegen mich einzuspannen – ich kann doch wohl vor die Tür gehen – genug!

Oft stand ich bei privaten Anlässen vor der Tür – nicht weil es der Gastgeber so wollte, sondern weil andere Gäste das gefordert haben. Letztlich hat der Gastgeber Hausrecht und ich akzeptiere das. Für die demnächst, bei mir, anstehende Feier, wurde meine Frau gleich gefragt, ob Sie mich und die anderen Raucher nicht vor die Tür schicken kann. Als meine Frau gesagt hat, ‘nö’, wird ihr gesagt, ‘ na, wir können ja dann abstimmen. OK, nächste Feier mit anderen Gästen.

Letztlich landet man ja nun doch oft auf der Straße, jedoch vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht angepöbelt wird. Auch in den Raucherzonen in den Biergärten, darf ein Nichtraucher nicht fehlen, der anfängt stunk zu machen. Kommentare von Nichtrauchern, die zwecks Kontrollen durch Lokale gelaufen sind, ko**en mich einfach nur an. Zeige ich vielleicht jeden an, den ich mit nem Handy im Auto gesehen habe?

Ein Gutes hat die Sache – die Leute lassen ihre Hüllen fallen und man weiß zukünftig, wem man als Mensch genug bedeutet, um als Mensch die gleiche Tolleranz zu erhalten, die man selbst gegeben hat (so ich hoffe).

Mein Gott, war man hier in Deutschland schlau, man nennt es nicht ‘Anti Rauchergesetzt’, sondern Nichtraucherschutzgesetzt – kann es bei so einem guten Namen noch diskriminierend sein, Millionen von Bundesbügern auszugrenzen und zu diskriminieren?

Um das festzuhalten, ich dränge mich niemanden auf – ich will auch niemanden zwingen Raucherlokale zu besuchen – aber ich möchte einen Platz haben dürfen, in dem ich mich mit meinesgleichen treffen kann – ist das schon zu viel verlangt? Die Straße ist für mich indiskutabel, man ißt und trinkt schließlich auch nicht auf der Straße – warum wohl?

Ich halte eine Raucherpartei für erfolgversprechend, die chance über 5% zu kommen, wäre vielleicht mit einem Wunder gegeben. Von etablierten Parteinen kommt eh nur heiße Luft, Wahlbeteiligungen spiegeln den Frust wieder. Viel Glück und ich wäre dabei!

Eddie aus Berlin

 

 

 

Eine Antwort to “Frust”

  1. admin sagt:

    Hi Eddie,

    aus Dir spricht die tiefe Verletzung, die Dir das Antirauchergesetz (bei uns heißt das so) zugefügt hat. Kennst Du denn nicht einen Billiard-Salon, wo man rauchen kann? Das kann doch nicht sein… Allerdings muss man natürlich zugeben, dass das Rauchverbot am Tisch schon immer galt – schon allein, weil sich Asche nicht so gut auf dem Tuch macht.

    Mit der Toleranz ist das so eine Sache. Wir haben bisher auch immer toleriert, wenn jemand neben uns nicht geraucht hat. Aber heute, wenn die Raucher gemeinsam vor der Tür stehen, da passt man schon auf, ob sich da nicht ein Nichtraucher dazwischen mogelt. Das mögen nämlich manche Raucher garnicht. Stell Dir mal vor, der beschwert sich dann noch. Nicht auszudenken, wie die Reaktion der ohnehin gereizten Raucher ausfallen könnte…

    Engagier Dich, resigniere nie und kämpfe für Dein Recht auf Selbstbestimmung!

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